Nachdenkliches

 

Tierschutz
 
Dass einmal das Wort "Tierschutz" geschaffen werden musste,
ist eine der blamabelsten Angelegenheiten der menschlichen Entwicklung.
Es sollte immer mehr zu einer Selbstverständlichkeit werden,
dass es eines Menschen unwürdig ist, ein wehrloses Tier zu quälen oder zu misshandeln.
 
(Theodor Heuss)
 

Ernste Worte

O gräßlicher Irrthum der Menschen zu wähnen, daß die Thierwelt blos um ihretwegen da sei und folglich rücksichtslos verbraucht werden dürfe. Wahrlich ein entsetzlicher Irrthum den zu bekämpfen ich als meine höchste Pflicht erachte. Jedes Wesen ist vor allem nur da um sich seines Lebens zu freuen.


(Christian Wagner 5. 8. 1835 - 15. 2. 1918)
 
Tiere können nicht für sich selbst sprechen, deshalb ist es so wichtig,
dass wir als Menschen unsere Stimme für sie erheben und uns für sie einsetzen.

(Louis Armstrong)

Die Geschichte von Lea  -  HIER

 
 
Klagen eines vergessenen Hundes


Du hast  in meine Augen gesehen, da war es schon um dich geschehen,

Du hast mich mit nach Hause genommen, ich bin ganz neugierig mitgekommen.

Du hast mich stolz spazieren geführt, die Bewunderung der Passanten gespürt.

Du hast mit mir getobt und gespielt und dich eine Weile glücklich gefühlt.

Dann hab ich auf den Teppich gemacht, da hast du nicht mehr so freudig gelacht.

Dann mußtest du fort, ich weiß nicht wohin, ich hab nur gespürt, wie lästig ich bin.

Dann wurde ich größer, dir fehlte die Zeit, ich wollte zwar brav sein, doch bald gab es Streit.

Dann hab' ich vor Frust die Möbel zerkaut, das war dir zuviel und du wurdest laut.

Du hast von Erziehung und Härte gesprochen und ich habe deinen Zorn gerochen.

Du hast mich verbannt aus deinem Haus, aus dem Zwinger kam ich nur noch selten raus.

Du hast mir Futter und Wasser gegeben und gedacht, das sei genug für mein Leben.

Du hast ein neues Spielzeug gefunden - hattest die Nase voll von uns Hunden.

Dann wurde ich krank, lag einsam im Stroh, ich dachte, mein Herz wird nie wieder froh.

Dann hast du bei mir nicht mehr saubergemacht, mir nur noch meinen Freßnapf gebracht.

Dann hab' ich gewußt, bald ist es vorbei, denn niemand hört meinen stummen Schrei.

Dann ging ich hinüber, weit von dir fort, an einen neuen, besseren Ort.

Es bleibt nur ein trauriger Blick zurück. Soviel Leid für ein klein wenig Glück?

Ich frage dich, warum liebtest du mich nicht? War ich nur ein Spielzeug für dich?

Du hast mich gewollt, du hast mich bekommen, du hast mir mein ganzes Leben genommen!!

(Verfasser unbekannt)

Armer Kettenhund
 

Herr, ich bin nur ein armer Kettenhund - steh' nun vor Dir, mein Hals ist wund..
Fast eingewachsen ist der Ring - mit dem ich an der Kette hing..
Hab' Ohrenschmerzen, bin fast blind - von Regen, Schnee und kaltem Wind.
Von Rheuma steif sind meine Knochen - bin fast auf meinem Bauch gekrochen.
Aus Angst vor meinem strengen Herrn - denn mich zu streicheln, lag ihm fern..
Hätt' gern gegeben alle Liebe - erhalten hab' ich oft nur Hiebe.
Nur so, weil grad im Weg ich stand - und hätt' so gern geleckt die Hand.
Für nur ein wenig Zärtlichkeit, ein wenig Lob.
Wär' gern bereit mein armes Leben hinzugeben - könnt' ich mein Aug' zu ihm erheben..
Und lesen dann in seinem Blick ein wenig Liebe; 
doch dies Glück beschieden hier war es mir nie - war immer nur ein armes "Vieh"...
Bin noch nicht alt nach Menschenjahren - und hab schon so viel Leid erfahren!
Doch steht einmal mein Herr vor Dir - dann bitt' ich Dich versprich es mir!
Ich fleh' darum nicht ohne Grund - schick ihn zurück als Kettenhund!!

(Verfasser unbekannt)

Damals war alles gut

Eines Morgens erwachte ich mit meinen Geschwistern. Ich sah Mami da liegen, also lief ich hinüber, um mir mein Frühstück zu holen. Mami war ganz warm und sie beleckte mich überall. Sie liebte uns sooo sehr.

Damals war alles gut.

Dann kam ich in ein Haus mit zwei Kindern und ihren Eltern. Ich konnte ins Haus kommen zum Spielen. Sie haben mich sogar im Haus schlafen lassen. Die Kinder rannten umher und ich bin hinter ihnen hergejagt. Als ich noch klein war, durfte ich an ihnen hochspringen und sie sogar spielerisch beissen. Die Familie lachte und ermutigte mich, so weiterzumachen. Sie gaben mir viele Spielsachen, wie Socken, Schuhe und Stofftiere. Ich hatte sooo viel Spaß.

Das war damals.

Als ich größer wurde, habe ich aus Versehen die Kinder umgerempelt. Ich versuchte, ihnen in die Hosenbeine zu schnappen, wenn sie liefen. Ich fand Spielzeuge wie jene, die mein Herrchen mir gegeben hat, als ich klein war.

Meine Familie war ständig böse mit mir.

Wenn ich an ihnen hochsprang, stiessen sie mich mit ihren Knien zurück. In der einen Minute haben sie mich für´s Beissen und Kauen angelacht, in der nächsten schlugen sie mich für eben diese Dinge.

Ich war sooo durcheinander.

Jetzt verbringe ich meine Tage, Stunde für Stunde, angekettet im Garten. Niemand kommt raus und spielt mit mir. Ich bin so glücklich, wenn sie hinauskommen, dass ich vor Freude springe und belle. Ich verbringe meine Tage damit, den Garten in meiner Reichweite umzugraben, aber das macht mein Herrchen wütend. Die Flöhe krabbeln überall. Das macht mich verrückt. Je länger ich hier draussen sitze, desto wütender werde ich. Ich kann nicht verstehen, warum sie mich zu sich nach Hause geholt haben, nur um mich im Garten anzuketten.

Wenn meine Herrchen unzufrieden sind mit mir, warum erziehen sie mich dann nicht? Warum haben sie mich ermutigt, zu springen und zu beissen?

Die Dinge wurden nicht besser für mich.

Jetzt bin ich gefangen.

Die Leute kommen an meinen Zwinger, gucken mich an. Ich belle sie an, aber niemand will mich. Oh nein! Hier kommt die Frau mit der Leine. Wohin bringt sie mich? Sie bringt mich in einen Raum.

Oh, sie mag mich!

Es tat sooo gut, mal wieder umarmt zu werden. Was ist das? Sie sticht mein Bein.

Oh, ich bin sooo müde.
Was passiert mit mir? Ich schlafe jetzt.

(Verfasser unbekannt)

Die Urlaubsfahrt
 

Hurra, ich freue mich! Mein Herrchen richtet sein Auto her, wo ich doch so gerne mit ihm fahre. Wie ich hörte, soll es in den Urlaub gehen. Ich weiß zwar nicht was das ist, aber da meine ganze Familie sich freut, muss es etwas schönes sein. Es wurde viel gepackt und dann ging es los. Ich durfte meinen gewohnten Platz einnehmen und los ging es.

Wir fuhren und fuhren, mir fielen die Augen zu, da plötzlich hielten wir an. Ich war sofort wach, mein Herrchen rief mich und begann mit mir zu spielen. Er warf meinen Ball immer weiter und weiter. So langsam wurde ich müde, denn es war sehr heiß, und ich war auch nicht mehr so schnell. Als ich auf den Parkplatz kam, waren auf einmal Herrchen und Auto weg.

Ich suchte verzweifelt den Parkplatz ab, aber ich konnte mein Herrchen nicht finden. Hunger und Durst meldeten sich und nette Menschen gaben mir Futter und Wasser, andere waren so böse, dass sie mich verjagten und sogar Steine nach mir warfen.

Es wurde dunkel und kühl, ich war sehr traurig, trotzdem fielen mir die Augen zu und ich schlief ein.

Am Morgen als ich aufwachte hoffte ich, dass Herrchen meine Abwesenheit bemerkt hatte, doch es kam ein fremder Mann, der mich mit einer Schlinge fing und mich auf einen Wagen warf, auf dem sich schon einige Hunde befanden. Es roch nach Angst und Trauer. Als der Wagen voll war, fuhren wir los..

Schon nach kurzer Zeit lud man uns aus und sperrte uns in einen übel riechenden Käfig.

Ich war so traurig, dass ich weder fraß noch trank, sondern mich in einen Winkel legte und einschlief. Ich hatte einen schrecklichen Traum: obwohl ich erst zwei Winter erlebt hatte, so gerne mit meinen Herrchen spielte und mich meines Lebens freute, sollte ich sterben! Erschrocken wachte ich auf. Es war schon hell und ich musste erkennen, dass der Traum Wirklichkeit wurde. Wir wurden in einem Raum geführt, in dem es nach Tod roch.

Vielleicht, liebes Herrchen, sehen wir uns irgendwo wieder, ich werde Dich freudigst begrüßen und an Deine Vergesslichkeit gar nicht denken, denn Du wirst bestimmt nach mir gesucht und mich nur nicht gefunden haben..

Ich habe Dich eben so lieb...

(Verfasser unbekannt)

Der Brief
 

Mein Herrchen, ich bin es, Dein Hündchen das Dir diesen Brief schreibt. Ich bin im Paradies der Tiere. Als wir in Urlaub fuhren, hieltest Du an und sagtest: Steig aus, steig aus. Ich sprang aus dem Wagen und Du machtest die Tür zu und fuhrst fort. Erst dachte ich, Du wolltest mir nur Angst machen, aber als ich Dein Auto in der Ferne verschwinden sah, da wurde mir klar:

Du hast mich ausgesetzt.

Es überkam mich eine große Angst und Traurigkeit. Ich lief Dir nach, aber ich konnte Dich nicht mehr einholen.

Ich lief und lief; ohne zu wissen wohin. Dabei wurde ich von einem Auto angefahren und in einen Graben geschleudert; ich konnte mich nicht mehr bewegen. Da lag ich nun zusammengerollt vor Schmerzen, und in meiner Not habe ich Dich um Hilfe gerufen, aber Du warst schon weit weg. Deinem Urlaubsziel entgegen.

Nach langen Stunden des Leidens kam der Tod und brachte mich in sein Reich. Nun bin ich hier im Tierparadies. Mein Herz ist so traurig.

Sag mir, warum hast Du das getan? 

Hast Du mich so wenig lieb gehabt?

Dein Hündchen,
das Dich über alles geliebt hat.

(Verfasser unbekannt)

Bitte eines Hundes

Mein Leben währt zehn oder zwölf Jahre.

Jede Trennung von dir wird für mich Leiden bedeuten. Bedenke es, ehe du mich anschaffst!

Gib mir Zeit und die Möglichkeit, zu verstehen, was du von mir verlangst!

Zürne mir nicht lange und sperr mich zur Strafe nicht ein!

Du hast deine Arbeit, deine Freunde, dein Vergnügen - ich habe nur dich.

Sprich mit mir! Wenn ich auch deine Worte nicht immer verstehe, so doch die Stimme, die sich an mich wendet.

Wenn du siehst, dass ich mein Leben an der Kette oder sonst unter üblen Umständen vertrauere, dann setz dich für mich ein!

Sei gewiss: ich vergesse nichts, weder den Stein, der gegen mich aufgehoben wurde, noch auch die Hand, die einmal gut zu mir war.

Bedenke, wenn du im Begriff bist, mich zu schlagen, dass meine Kiefer mit Leichtigkeit die Knöchelchen deiner Hand zu zerquetschen vermöchten - dass ich aber nicht Gebrauch davon mache!

Anstatt mich unwillig, bockig oder faul zu schelten, überlege: vielleicht plagt mich ungeeignetes Futter, vielleicht war ich zu lange der Sonne ausgesetzt oder ich habe ein verbrauchtes Herz.

Wenn du mich zur warmen Jahreszeit im Auto zurücklassen musst, begnüge dich nicht mit einem augenblicklich schattigen Platz, sondern ziehe in Betracht, dass die Sonne wandert oder eine Wolkendecke sich rasch auflösen kann. Manch einer bedachte es zu spät!

Nimm dich meiner vermehrt an, wenn ich alt werde!

Geh jeden schweren Gang mit mir!

Sage nie: "Ich kann so etwas nicht sehen" oder „Es soll in meiner Abwesenheit geschehen".

Alles ist leichter für mich mit dir!

(Verfasser unbekannt)

 

 

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